Die Biergartensaison ist eröffnet!

Wenn es in einer längeren Regenpause heißt: „Auf geht’s, wir gehen in den Biergarten!“ dann heißt das nicht, Schuhe an und los – das bedeutet erstmal Arbeit. Denn ein echter Münchner kauft im Biergarten nur die Getränke, d.h. Bier/Radler für die Großen und Limo für die Kleinen, sowie evtl. eine große Breze (und manchmal einen Steckerlfisch), aber alle anderen Speisen werden von zu Hause mitgebracht!

Zur Geschichte:
Das große Aufkommen der Biergärten in Bayern fällt in das 18. Jhd. Das damals untergärig gebraute Bier verdarb leicht, deshalb durfte nur zwischen Michaeli und Georgi, also 29. September und 23. April, gebraut werden. Das Märzenbier wurde extra stark eingesotten und dann in möglichst kühle Lagerräume gebracht, am besten in einen tief in den Felsen gehauenen Bierkeller. Durch die Bevölkerungszunahme im 18. Jhd. in den Städten, und dem dadurch bedingten Entwicklungsschritt des bayerischen Brauwesens vom handwerklichen Kleinbetrieb zum vorindustriellen Großgewerbe, veranlasste die Brauer die Enge der Stadt zu verlassen und neue Bierkeller außerhalb der Stadtmauern anzulegen. In München war dies 1728 zum ersten Mal der Fall. Auf diese Keller wurden schattenspendende, flachwurzelnde Bäume – Rosskastanien – gepflanzt.

Das gesamte Gebiet rund um das Kulturzentrum „Gasteig“ auf der einen Seite der Isar und „Schwanthaler Höhe“ auf der anderen Seite, waren Bierkeller (Kellerstraße! gleich hinter dem Gasteig!). Das Bier sollte ursprünglich dort nur gelagert werden, allerdings hielt sich niemand an diese Vorschrift. So kam es, dass am 04. Januar 1812 König Max I. Joseph die so genannte „Biergartenverordnung“ erließ: „Seine Majestät der König bewilligen, dass die hiesigen Bierbräuer auf ihren eigenen Merzenkellern in den Monaten Juni, Juli, August und September selbst gebrautes Merzenbier in minuto verschleißen und ihre Gäste dortselbst mit Bier und Brod bedienen. Das Abreichen von Speisen und andern Getränken bleibt ihnen aber ausdrücklich verboten.“ D.h. die Betreiber der Bierkeller durften zwar das Bier ausschenken, aber nichts zum Essen dazu verkaufen. Daraus entwickelte sich rasch die bis heute gültige Tradition eigene Speisen mitzubringen.

Für einen erfolgreichen Biergartenbesuch braucht man als Erstes einen großen Korb (niemals eine Tüte!) und dieser sollte enthalten:

  • 1 Tischdecke (kariert!)
  • Teller
  • Servietten
  • Besteck
  • 1 Geschirrtuch
  • 1 Brotzeitbrett
  • 1 scharfes Messer
  • Feuchttücher

Wir nehmen immer gerne mit:

  • Wurstsalat
  • rote Linsen Salat
  • Couscous Salat
  • Tomate-Mozzarella
  • Wurst/Käse
  • Fleischpflanzerl
  • Antippst (von Ludwig Freisinger am Viktualienmarkt)
  • Obazdn (vom Käse Thoma am Viktualienmarkt)
  • gefüllte Eier
  • Radieschen/Radi

Man kann sich die Arbeit natürlich auch sparen und vor Ort alles kaufen. Aber ich finde es meist zu teuer und selbst gemacht ist es sowieso am besten!

Biergartensaison
Der perfekte Tisch im Biergarten.

Kommentar verfassen